Computer-Spiele

Man sagt den Computer-Spielen auch Games.

Spielen ist spannend. Spielen macht Spass. Man kann sich entspannen, dem Alltag entfliehen. Man muss Herausforderungen annehmen, Frustrationen aushalten. Man erlebt Erfolge. Erfolge sind wie eine Belohnung. Man lernt viel, wenn man spielt. Das gilt für alle Arten von Spielen. Auch für Computer-Spiele.

Aber bei Computer-Spielen kann es schwierig sein, mit dem Spielen aufzuhören.

Es gibt viele Spiele. Die beliebtesten Computer-Spiele sind:

  • Abenteuer-SpieleZum Beispiel: Zelda oder Super Mario
  • Das Spiel folgt einer Geschichte.
  • Rollen-SpieleZum Beispiel: World Of Warcraft
  • Bei diesen Spielen macht man eine eigene Spielfigur.
    Und man ist in einer Welt, die sich ständig verändert.
  • Puzzle-SpieleZum Beispiel: Candy Crush
  • Hier muss man Puzzles lösen und Lösungen für Aufgaben finden. Manchmal muss man dafür viel nachdenken.
  • Schiess-SpieleZum Beispiel: Call of Duty
    Man sagt diesen Spielen auch: Ego-Shooter oder FPS.
    FPS ist eine Abkürzung für ein englisches Wort. Es heisst: First Personal Shooter.
    Bei den Schiess-Spielen spielt man eine Person.
  • Überlebens-SpieleZum Beispiel: Battle Royale oder Fortnite
    Bei diesen Spielen macht man eine Figur und kämpft gegen andere. Gewinner ist der Letzte, der bleibt.
  • Jungen spielen mehr als Mädchen.

Warum man zu viel spielt

  • Um wirklich gut zu spielen, muss man viel spielen.
  • Wenn man viel spielt, steigt man auf ein gutes Level auf. Es ist schwer aufzuhören. Man will immer besser werden.
  • Ihr Kind spielt online mit anderen Leuten. Es ist Teil einer Gruppe. Wenn die anderen Spieler weiterspielen wollen, ist es schwierig, die Gruppe zu verlassen. Für die anderen Spieler ist es wichtig, dass Ihr Kind weitermacht. Jeder hat eine Rolle im Spiel und die Spieler sind miteinander verbunden.
  • Manche Spiele haben kein Ende. Oder man kann sie immer und immer wieder spielen. Einige Spiele laufen weiter, auch wenn man offline ist. Die Welt im Spiel läuft weiter. Ihr Kind hat vielleicht Angst davor, etwas zu verpassen.
  • Spiele werden immer wieder aktualisiert. Es gibt immer neue Updates. Das bedeutet, dass es immer etwas Neues zu tun gibt.
  • Wenn man spielt, steigt man in der Rangliste auf. Man kann sich vergleichen. Man will stärker als die anderen Spieler sein. Man spielt immer weiter.

Wenn es einem nicht gut geht, kann man in Spiele «flüchten». Es kann sehr schwierig werden, mit dem Spielen aufzuhören.

Folgende Situationen können dazu führen:

  • Wenn ein Kind grosse Veränderungen oder Krisen miterlebt. Zum Beispiel: häufiger Streit, eine Trennung, einen Umzug, eine neue Ehe, ein neues Kind in der Familie
  • Wenn es Schwierigkeiten in der Schule gibt.
  • Wenn sich ein Kind ausgeschlossen fühlt oder keine Freunde hat.
  • In der Pubertät fühlen sich Jugendliche oft nicht so gut. Sie fühlen sich unwohl mit sich selbst.
    Sie haben kein Selbstvertrauen und glauben nicht an sich. Sie wissen noch nicht, was sie mit ihrem Leben machen möchten.

So können Sie verstehen, warum das Kind zu viel spielt

Ihr Kind verbringt sehr viel Zeit vor dem Bildschirm. Es isoliert sich, nichts Anderes ist mehr wichtig. Versuchen Sie zu verstehen, was passiert. Was ist das für ein Spiel? Warum ist es für Ihr Kind so wichtig?

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über das Spiel.

  • Ist es ein Action-Spiel? Ein Rollen-Spiel? Ein Abenteuer-Spiel?
  • Muss man nachdenken oder muss man vor allem Entscheidung treffen?
  • Spielt man allein oder mit anderen?
  • Muss man in diesem Spiel eine Spielfigur machen? Kann man die Figur selbst gestalten? Wer entscheidet, der Spieler oder das Spiel?
  • In vielen Spielen kann man Dinge kaufen, die man dann brauchen kann. Zum Beispiel: Güter und Fähigkeiten. So kommt man im Spiel leichter vorwärts. Wie kommt man zu diesen Dingen?
  • Kennst du die anderen, die spielen? In welchem Land leben sie? Hast du Online-Freunde, die du noch nie persönlich gesehen hast?

Versuchen Sie dann herauszufinden: Warum ist das Spiel für Ihr Kind so wichtig?

  • Sind ihrem Kind die guten Ergebnisse und Lob wichtig? Wie wird es im richtigen Leben gelobt?
  • Hat Ihr Kind Freunde verloren? Fühlt es sich im richtigen Leben ausgeschlossen? Findet es online leichter Freunde als im richtigen Leben?
  • Hat Ihr Kind Schwierigkeiten in der Schule?
  • Gibt es zu Hause Probleme? Gibt es Streit mit Geschwistern oder zwischen Eltern?

Wie lässt sich die Situation Ihres Kindes verbessern? Welche Möglichkeiten sieht Ihr Kind?
Welche Ideen haben Sie selbst? Suchen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind Unterstützung,
um seine Schwierigkeiten zu überwinden. (siehe «weitere Informationen, Beratungsstellen»)

Was Eltern tun können

Beachten Sie auch die Tipps im Abschnitt «So können Sie das Kind unterstützen».

Machen Sie Regeln für die Spielzeit.
Sprechen Sie mit Ihrem Kind zum Beispiel darüber, wie lange eine Runde seines Spiels dauert. Machen Sie dann sinnvolle Regeln.
Zum Beispiel:
Eine Runde kann zwischen 20 Minuten und 1 Stunde und 30 Minuten dauern. Dann muss Ihr Kind seine Zeit einteilen. Sagen Sie ihm, um wie viel Uhr das Essen fertig sein wird. Dann muss das Kind entscheiden, ob es sich lohnt, vor dem Essen mit dem Spielen zu beginnen. So können Sie und Ihr Kind sich organisieren. Ihr Kind lernt so auch, Verantwortung zu übernehmen.

Entscheiden Sie mit Ihrem Kind, wie lange es am Bildschirm sein wird. Stellen Sie einen Wecker. Er klingelt, wenn Ihr Kind aufhören muss zu spielen. Oder der Wecker klingelt nach 1 Stunde.
Dann gibt es eine Pause von 10 Minuten. Nach der Pause kann Ihr Kind wieder eine Stunde spielen und es folgt wieder eine Pause von 10 Minuten.

  • Kinder-Sicherungen installieren
    Es gibt Jugendschutz-Programme und Kinder-Sicherungen. Es gibt solche für PCs, für Smartphones, Tablets und Spielkonsolen. (siehe zum Beispiel die Website Jugend und Medien, Website von Swisscom)
  • Diese Kinder-Sicherungen überwachen den Internetzugang. Sie legen fest, welche Spiele Ihr Kind benutzen kann. Oder welche Internetangebote es benutzen kann. Man kann auch die Dauer der Nutzung festlegen.

Für das Alter passende Spiele wählen

Es gibt eine Einteilung dafür, welche Spiele für welches Alter passen. Sie heisst PEGI. PEGI ist eine Richtlinie. Am Schluss entscheiden die Eltern, was sie für ihr Kind ok finden. Es ist immer gut, wenn Eltern ein Spiel selbst ausprobieren.

Zum Beispiel:

PEGI 7 ist ein Spiel, das ab dem Alter von 7 Jahren ok ist. PEGI 18 ist ein Spiel für Erwachsene ab 18 Jahren. Es geht nicht um einfach oder schwierig. Es geht um Inhalte, Bilder, Geschichte.

 

Aufpassen bei Geld in Computerspielen
Es gibt viele Gratis-Spiele, in denen man Geld ausgeben kann. Bei manchen Gratis-Spielen muss man nach kurzer Spielzeit 24 Stunden warten. Erst dann darf man weiterspielen.
Wenn man sofort weiterspielen will, muss man bezahlen. Für Jugendliche ist Warten oft sehr schwierig. Sprechen Sie mit Ihrem Kind über diese Art Spiele.

Es gibt auch Spiele, die nur am Anfang gratis sind. Wenn man weiterspielen will, muss man zahlen. Es gibt auch Spiele, in denen man Geld für Fähigkeiten oder Waren ausgeben kann.

Es gibt auch Glücks-Spiele und Geld-Spiele. Sagen Sie Ihrem Kind, dass es nicht um Geld spielen darf.

Weitere Informationen, Beratungsstellen

  • feel-ok.ch (Informationen u.a. zu Medienkompetenz)
  • suchtschweiz.ch/eltern (Informationen für Eltern)
  • safezone.ch (Onlineberatungen)
  • 0800 104 104 (Kurzberatungen von Sucht Schweiz)
  • Jugendberatungsstellen und Suchtberatungsstellen sind für Jugendliche und Eltern da. Jugendliche und ihre Eltern können zusammen oder allein hingehen.